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Freitag, 4. März 2011

Katze beim Arzt

Wie versprochen wird es auch hier ein paar nützliche Hinweise und Berichte zum Thema Gesundheit und Vorsorge geben.
Nach und nach werde ich neue Berichte erstellen mit Quellennachweisen und Verlinkungen zur entsprechenden Fachliteratur.
Ich danke auf diesem Weg schon mal allen lieben verantwortungsbewussten Züchtern und Tierliebhabern, sowie meinen Tierärzten die auch teilweise in den Texten erwähnt werden.
Zu finden unter der Rubrik Gesundheit.






Katzenschnupfen
Was ist Katzenschnupfen?
Der ansteckende Katzenschnupfen ist ein Sammelname für eine Gruppe von Erkrankungen der Atemwege, Sehorgane und Maulhöhle, ausgelöst durch bestimmte Erreger. Die gefährlichsten Erreger sind die Calici- und Herpesviren.

Ansteckung
Die Ansteckung erfolgt direkt oder auch indirekt. Infizierte Katzen scheiden den Erreger über Nasen- und Augensekret sowie den Speichel aus. Es können scheinbar geheilte Katzen aber auch weiterhin Viren ausscheiden. Gesunde Katzen werden über den direkten Kontakt mit einem infizierten Tier durch Beschnuppern, gegenseitiges Putzen, Niesen oder durch gemeinsam benutzte Trink- oder Futternäpfe angesteckt. Der Erreger kann aber auch mit den Schuhen ins Haus geschleppt werden.

Symptome und Krankheit
Nach ca. 1 bis 5 Tagen nach der Ansteckung kommt es zu den ersten Symptomen. Die Katzen werden träge und matt, haben Fieber und müssen niesen. Der Appetit fehlt, da sie geschwächt sind und den Geruch des Fressens nicht recht wahrnehmen können. Die Lymphknoten im Bereich des Kopfes schwellen an. Entzündungen der Mundschleimhaut und Schluckbeschwerden bewirken manchmal, dass Speichel in großen Mengen austritt. Die Sekrete werden so zäh, dass die Katze sich nicht mehr selbst reinigen kann. Die Haare können vermehrt ausfallen. Ja, es kann sogar zu Lungenentzündugen oder Geschwüre der Mundschleimhaut und der Hornhaut des Auges auftreten. Besonders betroffen sind junge und abwehrgeschwächte Tiere.

Prognose
Erkrankte Tiere benötigen eine intensive Pflege. In schweren Fällen muss eine längere Therapie mit Antibiotika und Infusionen durchgeführt werden. Bei schwersten Infektionen kann die Krankheit zum Tode führen. 

Vorbeugung
Die einzige Maßnahme, dieser Krankheit zu begegnen, ist ebenfalls die Grundimmunisierung. Die erste Impfung darf erst nach der 8. Woche verabreicht werden, nach 3 - 4 Wochen erfolgt die 2. Impfung. Die Auffrischung wird dann jährlich verabreicht.


Katzenseuche

Was ist Katzenseuche?
Die bekannteste Katzenkrankheit, der wohl die meisten Tiere zum Opfer fallen, ist die Katzenseuche (Panleukopenie). Gegen diese, durch Parvoviren verursachte Krankheit, wurde der erste Katzenimpfstoff angewandt.

Ansteckung
Der Erreger wird hauptsächlich durch den Kot ausgeschieden und ist hochgradig ansteckend, extrem widerstandsfähig und behält seine krankmachenden Eigenschaften u. U. jahrelang bei. Dieser Virus kann vom Menschen "mit nach Hause gebracht" werden. Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung beträgt nur ca. eine Woche.

Symptome und Krankheit
Erste Hinweise sind plötzlicher Appetitverlust und Bewegungsunlust. Mit dem Auftreten von Fieber verschlimmert sich der Zustand sehr schnell. Es kommt zu Erbrechen und Durchfall mit wässrig-blutigem Kot. Die Katze verliert sehr schnell große Mengen Flüssigkeit, sie leidet unter starkem Durst, ist dann aber bereits zu geschwächt, um noch selbst zu trinken. Im Blutbild läßt sich ein rapider Abfall der weißen Blutkörperchen nachweisen. Deshalb hat die Krankheit den Namen "Panleukopenie" erhalten: Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukozyten).

Prognose
Die erkrankte Katze muß sofort intensiv mit Serumgaben und Elekrolyteinfusionen behandelt werden, damit sie eine Überlebenschance hat. Welpen und Jungkatzen sind trotz einer Intensivtherapie häufig nicht mehr zu retten.
Da die Viren sich jahrelang halten können, ist eine Desinfektion des ganzen Wohnbereiches erforderlich. Da aber eine so gründliche Desinfektion meistens nicht möglich ist (z.B. Bekleidung in den Schränken), müssen evtl. noch im Haushalt vorhandene weitere -nicht angesteckte- Katzen andere Unterkünfte finden. Ebenfalls ist es zu empfehlen - so schwer es auch fällt - zunächst auf eine neue Katze zu verzichten. 
Hier ist die vertrauensvolle Beratung des Tierarztes dringend erforderlich.

Vorbeugung
Eine Impfung - Grundimmunisierung mit 8 Wochen, Nachimpfung mit 12 Wochen und danach die jährliche Auffrischung - sind neben Hygienemassnahmen die einzige Möglichkeit, diese Krankheit von der Katze fernzuhalten.


Leukose  (FelV)

Was ist Leukose?
Der Katzen-Leukose-Virus (FeLV) gehört zu den Retroviren. Die Krankheit ist weltweit verbreitet und ist nach FIP die tödlichste Katzeninfektion.

Ansteckung
Die Übertragung erfolgt fast ausschließlich durch Speichel, Tränenflüssigkeit, Kot oder Urin.  Der Katzenbesitzer kann den Virus aber auch  z. B. über die Schuhe ins Haus bringen. Allerdings bleibt der Erreger nur kurze Zeit gefährlich, da er durch Wärme inaktiviert wird. Katzen, die nur in der Wohnung gehalten werden, sind somit der Gefahr einer Ansteckung weniger ausgesetzt als Tiere, die nach draußen können und durch die Gegend streunen. Niemand weiß, mit wem die Katze in freier Natur Kontakt hat, bzw. welchen "Düften" sie nachgeht. Die Ansteckung erfolgt meistens durch Speichel.  Schon die gegenseitige Fellpflege oder das Fressen aus dem gemeinsamen Napf kann ansteckend sein. Auch im Kot und Urin sind Viren enthalten. Sind mehrere Katzen im Hause, ist eine gegenseitige Infektion kaum vermeidbar.

Symptome
Leukose kann eine schleichende Krankheit sein, so dass der Halter zunächst keine Anzeichen erkennt.
Die häufigsten Symptome sind Anämie, Gewichtsabnahme, Appetitverlust, Durchfall oder Verstopfung, verdickte Lymphknoten, allgemeine Lustlosigkeit, Vieltrinken.  Es können aber auch Tumore entstehen.
Bei meiner ehemaligen Katze bemerkte ich erst die allgemeine Lustlosigkeit, dann begann die Appetitlosigkeit, ständige Erbrechen und Apathie.  Die dann festgestellte Anämie war derart fortgeschritten, dass keine Medikamente bzw. homöopathischen Mittel ihr mehr helfen konnten.

Immunität
Es gibt erwachsene Katzen, die Kontakt mit dem Leukose-Virus hatten, die eine eine natürliche Immunität entwickeln. In der Regel ist bei diesen Tieren in Blut und Knochenmark kein Virus nachweisbar und sie ereichen ein normales Alter. In einigen Fällen ist der Virus jedoch nur eingekapselt. Krankheiten, Stress können den Virus jedoch aktivieren und damit zum Krankheitsausbruch führen.

Tests und Prognose
Selbstverständlich müssen andere im Haushalt lebende Katzen auf Leukose getestet werden. Dieses geschieht durch einen Bluttest, der nach 4 Wochen wiederholt werden muss.
Ein negatives Testergebnis kann bedeuten:

1.  Die Katze war nie in Kontakt mit dem Virus
2.  Sie hat sich erst kurz zuvor angesteckt
3.  Sie hat eine Infektion überwunden
4.  Die Blutentnahme fiel in eine Ruhephase der Virusverbreitung

Selbst wenn beide Tests positiv waren, muss es nicht bedeuten, dass die Katze sterben muss. Eine ansonsten gesunde Katze kann mit Leukose durchaus noch Monate oder Jahre leben. Die konkrete Lebenserwartung lässt sich nicht voraussagen. Jedoch scheidet die kranke Katze Viren aus und es sind Massnahmen erforderlich, andere im Haushalt lebende Katzen zu isolieren. Auch während der Testphase und einer möglichen Impfung sind diese Tiere in Quarantäne zu halten.
Leukose-Patienten sind besondes krankheitsanfällig und bedürfen sorgfältiger Beobachtung und sofortiger tierärztlicher Hilfe, wenn sich Symptome zeigen.

Behandlung
Leider gibt es keine Therapie, die zu einer Heilung führt. Bestenfalls gelingt ein "Zurückdrängen" der Krankheit für eine gewisse Zeit. Meistens wird das Tier mit Cortison behandelt, das als Depotgabe verabreicht wird. Chemotherapeutika sind auch bei der Katze anwendbar, die Nebenwirkungen sind jedoch hochproblematisch und nicht empfehlenswert. Im Versuchsstadium sind Interferone. 

Ich halte homöopathische Mittel zur Stärkung des Immunsystems und Eisenpräparate zur Verbesserung des Blutbildes für ratsam. Hier gibt es neben der Humanmedizin einige Mittel, die das Allgemeinbefinden der Katze steigern.
Ist die Krankheit jedoch sehr weit fortgeschritten, so gibt es nur noch den letzten, für jeden Katzenliebhaber den schwersten Schritt.

Vorbeugung - Impfung
Seit vielen Jahren gibt es wirksame Impfstoffe gegen FeLV. In Ausnahmefällen kann es zu leichten Impfreaktionen führen. Eine kleine Minderheit bildet leider keine Antikörper und bleibt somit umgeschützt. Diese kleine Gruppe der "Impfversager" gibt es auch bei Menschen.
Die Erstimpfung der Jungtiere erfolgt mit ca. 8 - 9 Wochen. Die Nachimpfung ist mit 12 Wochen erforderlich. Danach wird jedes Jahr nur noch einmal aufgefrischt.
Ich kann diese Impfung nur jedem Katzenhalter empfehlen, denn wer wie ich einmal eine Katze durch diese Krankheit verloren hat, scheut keine Kosten, damit sein Tier gesund bleibt.




Katzen-AIDS  (FIV)

Was ist Katzen-AIDS?
Relativ neu ist die Erkenntnis, dass es außer dem FeLV (Leukose) auch noch ein zweites Virus -  Feline Immunodeficiency Virus (FIV) - zu schweren Beeinträchtigungen des Immunsystems führen kann.

Ansteckung
In der Regel erfolgt die Übertragung des FIV durch Bisse, z. B. bei Revierkämpfen der Kater.

Prognose und Krankheit
Mit dem Blut gelangt der Virus in die Lymphknoten, die Lymphozyten vermehren sich und er breitet sich über das gesamte Lymphsystem aus; die Lymphknoten vergrößern sich. Dieses Stadium wird meistens vom Besitzer nicht bemerkt. Wochen später kann die Katze Fieber bekommen und es erfolgt ein Abfall der Leukozyten. Infizierte Katzen können jahrelang unauffällig bleiben. Es beginnt jedoch eine Immunsuffizienz und die Abwehrkräfte nehmen ab. Andere Erkrankungen, hervorgerufen durch Bakterien oder Viren führen zu schwersten Erkrankungen. Dauerfieber, schlechtes Fell, Appetitverlust, Entzündungen des Zahnfleisches, Maulhöhle, Haut, Blase und obere Atemwege sind Anzeichen. Diese Sekundärinfektionen sind verantwortlich für die meisten Symptome, die mit einer FIV-Infektion im Zusammenhang stehen und sie sind der häufigste Tod positiver Katzen.

Therapie und Prophylaxe
Leider gibt es kein Medikament, das den Virus direkt angreift. Die wichtigste Maßnahme ist deshalb der Schutz vor möglichen Infektionen. Einzelhaltung ohne Auslauf ist erforderlich, um keine gesunden Katzen anzustecken. Infektionen werden mit Antibiotika und Antimykotika unterdrückt. Anabolika und energiereiche Nährpasten können dem Abmagern gegensteuern. Meistens sind Anregungen des Immunsystems nicht erfolgreich, ein Versuch sollte jedoch unternommen werden.

Impfschutz gibt es gegen diese Krankheit nicht!

Obwohl der Virus mit dem menschlichen HIV verwandt ist, gibt es keinerlei Hinweise auf Ansteckungsgefahr für andere Tierarten. Nach dem heutigen Wissenstand ist der Virus nur bei Katzen zu finden.


Bauchfellentzündung   (FIP)

Was ist FIP?
Die Feline Infektiöse Peritonitis -kurz FIP- ist noch vor Leukose die tödlichste Infektionskrankheit der Katze. Die Krankheit ist seit 30 Jahre bekannt und trifft Katzen jeder Rasse und jeden Alters. Auslöser ist der besonders aggressives Coronarvirus.

Symptome und Krankheit
Die klassische, sogenannte feuchte Form der FIP ist relativ leicht zu erkennen. Aufgrund der Bauchwassersucht erkennt man einen dicken, weichen, flüssigkeitsgefüllten Bauch. Schlechter Allgemeinzustand und Abmagerung ist die Folge. Bei der Brustwassersucht kommt es zu schwerer Atemnot.
Das Erkennen der diversen trockenen FIP ist schwerer.  Hier sind die Symptome der Abmagerung, Austrocknung, Blutarmut, Erbrechen, Durchfall, Gelbsucht, Teilnahmslosigkeit, Augenkrankheiten,  Wechselfieber zu nennen. Es kommt zu Entzündungen der inneren Organe (Leber, Milz, Niere usw.)

Ansteckung
Die Ansteckung kann jederzeit und überall geschehen. Welpen FIP-kranker Mütter kommen infiziert auf die Welt. Der Virus wird mit Nasensekret, Speichel, Kot und Urin ausgeschieden. So kann der Mensch den Virus leicht in das Haus einschleppen (über die Schuhe, durch das Streicheln fremder Katzen). Es gibt jedoch Tiere, die den Virus ausscheiden, ohne selbst zu erkranken. Diese Katzen sind also völlig unauffällig, stellen aber eine tödliche Gefahr für andere Katzen dar. Freigänger stecken sich bevorzugt von Tier zu Tier an.

Prognose
Spontanheilungen sind leider nur eine glückliche Ausnahme. In leichteren Fällen lässt sich unter diätätischer und homöopathischer Therapie zwar manchmal eine Besserung der Symptome erreichen, eine Heilung bedeutet es jedoch nicht. Die Langzeitprognose ist ungünstig.

Vorbeugung
Auf jeden Fall sind Hygienemassnahmen ein Schritt gegen die Krankheit.
Ein Impfstoff, der intranasal (d.h. in Form von Nasentropfen) verabreicht wird, hat jedoch nur eine Effektivität von ca. 85 %. Dazu kommt noch, dass bei der Eingabe in die Nase, die Katze oft die Tropfen abschüttelt bzw. rauslaufen lässt. Das Ergebnis ist nicht ideal, aber ein Fortschritt gegenüber 0% ohne Impfung.
Die Grundimmunisierung erfolgt im Abstand von ca. 3 Wochen, dann wird jedes Jahr 1 x aufgefrischt.


Video - Tiergesundheit aktuell
Dr. Michael Streicher ist Fachtierarzt für Kleintiere und hat sich ganz auf die Behandlung von Katzen spezialisiert.

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